Von Willebrand Syndrom

 

Zitat Laboklin:

 

 

"Die von Willebrand Erkrankung (vWD) ist die häufigste vererbte Blutgerinnungsstörung von unterschiedlichem Schweregrad, die aus einem defekten oder gar fehlenden von Willebrand Faktor (vWF) im Blut resultiert.

 

Der vWF ist ein wichtiger Faktor der Blutgerinnung. Ein fehlender oder defekter vWF hat zur Folge, daß betroffene Tiere bei Verletzungen sehr lange nachbluten und u.U. verbluten können. Die Blutungen betreffen Schleimhautoberflächen, verschlimmern sich durch physischen und psychischen Streß und andere Krankheiten.

 


Typische Anzeichen sind: Wiederholte Magen-Darm-Blutungen, mit oder ohne Durchfall, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, verlängerte Blutung bei der Läufigkeit, Lahmheiten durch Blutungen in den Gelenken, Hämatome auf der Körperoberfläche, exzessive Blutungen von zu kurz geschnittenen Nägeln, nach dem Kupieren der Rute oder nach Operationen.


Man unterscheidet drei verschiedene Formen dieser Erkrankung (Typ 1, 2 und 3). Die vWD Typ1 ist die mildeste der drei Formen."

Wir verweisen gerne auf dieses PDF von Laboklin.

 

 

 

 

 

Bei den Kromfohrländern ist seit Jahrzehnten bekannt, dass es auch in dieser Population von an von Willebrand erkrankte Tiere gibt. Meist tritt beim Kromfohrländer der Typ 1 auf. Da diese Erkrankung erblich ist, muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

 

Das Thema von Willebrand sollte offen angegangen werden - ein Austausch darüber ist wichtig.

 

Es gibt seit 2008 einen Gentest für diese Erkrankung, welcher auch beim Kromfohrländer greift (verschiedene Anbieter in Deutschland und Finnland). Der Erbgang wird mit "autosomal rezessiv mit unvollständiger Penetranz" angegeben (gemäss MyDogDNA, Finnland). Bei MyDogDNA ist der Test seit Sommer 2015 im Gesamt-Test-Paket inkludiert, für deutsche Kunden von MyDogDNA seit Sommer 2017. Der VRK testet seine Hunde mittels Gentest von Genoscoper, deswegen halten wir uns an diese Empfehlungen punkto Erbgang.

 

 

Mittels Gentest kann man trägerfreie Tiere von Anlageträgern zweifelsfrei unterscheiden, ebenso werden erkrankte Tiere ausgewiesen.

 

 

Wichtig zu wissen ist, dass auch Trägertiere klinische Zeichen der Erkrankung haben können. D.h.: auch diese können Blutungsstörungen haben und auf Medikamente sensibelst reagieren, auch bei ihnen kann die Blutgerinnung gestört sein: Dies gilt, gemäss Nachfrage bei Genoscoper/Finnland, explizit auch für die Rasse der Kromfohrländer. Die Forschungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.

 

Der von-Willebrand-Faktor ist das Bindeglied zwischen den Blutplättchen und den Gefäßwänden. Er agiert immer zusammen mit dem Blutgerinnungsfaktor VIII. Nach dem aktuellen Wissensstand kommt es auch bei Trägertieren zu einer Schwankung in der körpereigenen Produktion des von-Willebrand-Faktor.


Ist der vWF-Spiegel zu tief, können daraus Probleme bei der Blutstillung und Blutgerinnung entstehen.

 

Bedingt durch den wechselnden vWF Spiegel und der Interaktion mit dem Blutgerinnungsfaktor VIII ist bei Operationen und Verletzungen die Situation betreffend Blutungen und Blutstillung, bzw. Blutgerinnung nie fix, sie kann von Fall zu Fall ändern.

Problematisch ist, dass ein leichtes von Willebrand-Syndrom oft erst bei besonderen Situationen auftritt, in denen es zu großen Blutverlusten kommen kann, wie etwa bei Operationen, Entbindungen oder Unfällen.

 

 

Das Wissen darüber, ob der eigene Kromi vom Thema vWD betroffen ist, erachtet der VRK für wichtig. Da auch Trägertiere Symptome aufweisen können und es bei Operationen und Unfällen zu Störungen bei der Blutgerinnung kommen kann, ist es vorausschauend, das Risiko mittels Gentest abzuklären.

Trägertiere oder für von an vWD erkrankte Tiere sollten nie mit blutgerin-nungsstörenden Medikamenten behandelt werden (Blutverdünner).

 

 

Es gilt nun, Daten zu sammeln und möglichst viele Hunde der Gesamtpopulation über die gesamte Lebensdauer bezüglich Blutungsneigungen und Symptomen für vWD zu beobachten. Erst mit einer grossen Anzahl begleiteter Hunde und Daten, welche über mehrere Hundegenerationen gesammelt wurden, können Aussagen über die konkreten Auswirkungen von vWD beim Kromfohrländer getroffen werden.

 

Bis wissenschaftlich gesicherte Fakten vorliegen, tut man gut daran, das Wissen über mögliche Symptome bei der Blutgerinnung zum Wohle der Kromfohrländer anzuwenden.

Besitzer von Trägertieren sollten dieses Thema mit dem behandelnden Tierarzt besprechen. Bei Anlageträgern können die Symptome stärker sein, hier ist natürlich ebenso der Austausch mit behandelnden Aerzten wichtig.

 

 

 

Bei Kromfohrländern, welche in der Zucht eingesetzt sind, ist ein Gentest auf von Willebrand zwingend. Hier muss die Verpaarung von zwei Trägertieren vermieden werden.

 

Im Wissen um den Erbgang mit unvollständiger Penetranz ist zu beachten, dass auch mit der Verpaarung Trägertier x freier Hund keine 100% Sicherheit besteht, ausschließlich gesunde Hunde punkto vW zu züchten.

 

Die Wahrscheinlichkeit bei Verpaarungen mit Trägertier x freiem Tier für erkrankte Hunde oder Trägertiere mit Symptomen ist aber viel geringer, deswegen sollte die Zuchtlenkungsmaßnahme ausschliesslich lauten:

 

  • Verpaarung von Kromfohrländern nur mit Vorlage des Gentests für von Willebrand
    Trägertiere werden nur mit Partnern verpaart, welche ein "frei für vW" vorweisen können.
    Trägertiere, welche klinische Symptome aufweisen, dürfen ebenso wie an vW erkrankte Tiere nicht in der Zucht eingesetzt werden.

 

Die Maßnahme, sämtliche Trägertiere von der Zucht auszuschliessen, ist betreffend dem jetzt schon viel zu engen Genpool der Rasse nicht zielführend.

 

 

 

Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen:

 

Beim Kromfohrländer tritt zum Glück allermeistens der Typ 1 der von Willebrand Erkrankung auf. Hier sind die Symptome leicht und auch diese Hunde haben eine normale Lebenserwartung.

 

Aber - bei Operationen, Unfällen und Geburten können bei Anlageträgern als auch bei Trägertieren, bedingt durch den schwankenden von Willebrand Faktor, Blutungsstörungen auftreten. Dieses Wissen muss vermittelt werden, damit man vorausschauend Vorsichtsmassnahmen ergreifen kann.

 

Das Gespräch  mit dem Tierarzt ist hier wichtig. Seien Sie sensibiliert für dieses Thema. Was nicht hilft, ist Polemik und eine Verharmlosung - nutzen Sie das vorhandene Wissen, welches der Gentest und die Forschung uns aktuell vermittelt, dies kommt Ihrem Kromfohrländer zu Gute.

 

 

 

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Eine wichtige Anmerkung zum Gentest mittels Backenabstrich:

 

Stellen Sie sicher, dass der zu testende Hund 2 Stunden vor der Probenentnahme nicht gefüttert wurde und auch keinen Kontakt zu anderen Hunden hatte. Ansonsten kann der Backenabstrich fremde Zellen enthalten, dies führt zu einem falschen Testergebnis.

 

Leben mehrere Hunde im Haushalt, so sollte der zu testende Hund 2 Stunden vor Probenentnahme keinen Zugang zu gemeinsamen Wassernäpfen und Spielzeug haben.

Welpen müssen für einen korrekten Backenabstrich ebenso 2 Stunden ohne Körperkontakt zu Mutter und Gewistern auskommen. Sie dürfen nicht gefüttert oder gesäugt werden oder mit gemeinschaftlichem Spielzeug spielen. Hier gilt es, den Abstrich erst dann zu machen, wenn die Welpen altersmässig die soziale Trennung von 2 Stunden auch verkraften können. Idealerweise bietet sich die Wurfabnahme an, die Welpen sind zu diesem Zeitpunkt 8-9 Wochen alt.

 

 

 

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Der VRK verweist auf das Dokument vom 9. November 2017, welches Genoscoper uns zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Besten Dank dafür!

 

 

Von Willebrand Syndrom beim Kromfohrländer
Eine Information von Genoscoper - Finnland
Jonas Donner, PhD, Head of Research and Development
TO WHOM IT MAY CONCERN vWD Type 1 in Kro
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Konkret -  Zuchtlenkungsmaßnahme beim VRK:

 

 

Seit 1.11.2017 ist der Gentest für vWD für Zuchthündinnen im VRK verpflichtend.

 

  • Zuchthunde mit dem Ergebnis "Träger für vW" dürfen nur mit getesteten Partnern mit dem Ergebnis "frei für vW" verpaart werden.

 

  • Hündinnen mit dem Ergebnis "frei für vW" haben freie Deck-Rüdenwahl.

 

  • Hündinnen mit dem Ergebnis "Träger für vW" erhalten folgende Verpaarungsauflage:

 

Der Deck-Rüde für die Verpaarung hat den Gentest von mit dem Ergebnis "frei für vW" vorzuweisen.

 

 

Ab 1.11.2017 wird jeder Welpe aus dem VRK Einkreuzprojekt anlässlich der Wurfabnahme mittels Gentest auf vWD getestet.